Psychische Gesundheit im Gastgewerbe: Ein Thema, das bleibt
Die Igeho 2025 war nicht nur ein Treffpunkt für Innovationen und Trends – sie bot auch Raum für ein Thema, das oft im Hintergrund steht: die psychische Gesundheit in der Gastronomie und Hotellerie. Als Partner der Igeho machte die Gastroseelsorge Basel (getragen vom gemeinnützigen Verein Evangelische Stadtmission Basel) dieses wichtige Anliegen vor Ort sichtbar.
Ein Ort zum Innhalten – mitten im Messegeschehen
Während fünf Messetagen schuf die Gastroseelsorge, welche sich für Berufstätige in der Gastronomie engagiert, einen besonderen Begegnungsraum: eine offene, bewusst anders gestaltete Zone mit Stammtisch, die zum Austausch einlud. Hier stand nicht der Verkauf im Fokus, sondern Menschen. Mitarbeitende, Führungskräfte und Lernende nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche, Beratung und Orientierung.
Der Stand wurde von vielen als wohltuender Gegenpol zum intensiven Messealltag wahrgenommen: ein Ort zum Durchatmen, Reflektieren und Weiterdenken. Begleitend dazu sensibilisierte eine Awareness-Kampagne – sichtbar unter anderem auf den Rückseiten der Besucherbadges – für die Bedeutung psychischer Gesundheit in der Branche.
Warum das Thema so zentral ist
Die Herausforderungen im Gastgewerbe sind hoch: lange Arbeitszeiten, körperliche Belastung und ein intensives Arbeitsumfeld. Entsprechend gross ist auch der Druck auf die mentale Gesundheit. Ein Blick in den Praxis-Leitfaden der Gastroseelsorge Basel zeigt:
46 % der Mitarbeitenden fühlen sich nach der Arbeit so erschöpft, dass kaum Energie für Privates bleibt
50 % aller IV-Neurenten stehen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen
75 % der Betroffenen sind weiterhin im Arbeitsleben und brauchen frühzeitige Unterstützung
Diese Zahlen machen deutlich: Psychische Gesundheit ist kein Randthema – sondern eine zentrale Führungsaufgabe.
Konkrete Unterstützung für Betriebe
Um Betriebe gezielt zu unterstützen, hat die Gastroseelsorge Basel unter anderem einen praxisnahen Leitfaden zur psychischen Gesundheit in der Gastronomie entwickelt. Er hilft Führungskräften, Warnsignale früh zu erkennen, Gespräche zu führen und geeignete Massnahmen einzuleiten.
Ergänzend dazu dokumentiert der Projektbericht das Engagement an der Igeho 2025 und zeigt auf, wie Sensibilisierung, Wissensvermittlung und nachhaltige Impulse erfolgreich kombiniert werden konnten.
Ein Engagement, das weitergeht
Das Engagement an der Igeho 2025 war ein wichtiger Meilenstein – und gleichzeitig ein Auftakt. Die Gastroseelsorge Basel verfolgt das Thema weiter und ist auch künftig als Anlaufstelle für Menschen im Gastgewerbe da. Denn klar ist: Eine gesunde Branche braucht nicht nur wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch Menschen, die sich gesehen, gehört und unterstützt fühlen.
Selbst betroffen, ob als Betrieb oder Privatperson? Was kann helfen oder wo finde ich Hilfe? Die Gastroseelsorge hat hierzu wertvolle Impulse sowie weitere Anlaufstellen auf ihrer Website zusammengestellt. Zusätzliche Informationen rund um die Arbeit sowie das kostenfreie Angebot der Gastroseelsorge Basel lassen sich hier im Überblick finden.
Zum Reinhören: Podcast mit Roli Straub
Bereits an der Igeho 2023 war Gastroseelsorger Roli Staub von der Evangelischen Stadtmission Basel bei uns auf der Igeho-Bühne zu Gast und hat über seine Arbeit und die Herausforderungen in der Branche gesprochen: